Terra Magna Australis-

 das Land des Heiligen Geistes

"Ein Christ definiert sich nicht dadurch, was er leistet, sondern dadurch, was er empfängt."

 

Diesen bemerkenswerten Satz sagte Papst Benedikt XVI. während der Vigil des Weltjugendtages in Sydney. 

Empfangen heisst nichts anderes als Gnade.

50.000 Jugendliche der neokatechumenalen Gemeinschaften aus aller Welt nahmen den Weltjugendtag in Sydney zum Anlass, in verschiedenen Diözesen in ganz Australien Straßenmissionen durchzuführen, zu denen sie von den Ortsbischöfen eingeladen und ermuntert wurden, inspiriert von der Mission „Ad Gentes“ und vom Heiligen Geist. 

Was haben wir geleistet, was empfangen?

Für viele von uns war diese „Pilgerfahrt“ in das wunderschöne „große südliche Land des Heiligen Geistes“, wie Australien von seinen frühen Eroberern genannt wurde, eine Fahrt in das Ungewisse, der Entbehrungen, des Leidens an den äußeren Umständen der Reise. Viele von uns wussten nicht, wo sie die nächste Nacht verbringen, ob und was sie essen werden, viele von uns haben gefroren und gehungert. Nicht wenige von uns fanden sich im Krankenhaus wieder.

Wir waren ausgeliefert wie nie zuvor, ausgeliefert unser eigenen Schwachheit und die der Menschen, die objektiv gesehen, für unsere Misere verantwortlich waren und die, so hatten wir jedenfalls den Eindruck, nichts mehr nachjagen als dem Geld.



 

Oft am Ende unserer körperlichen und geistigen Kräfte und so vor unsere schwache menschliche Wirklichkeit gestellt, war unsere einzige Stütze der Glaube und das Vertrauen in die Vorsehung Gottes, die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern, die sich gegenseitig aufrichteten und ermunterten, das Gebet der morgendlichen Laudes, die Beichte und die tägliche Feier der Eucharistie.                    

Kurz gesagt: Es war der Geist Gottes, der uns ernährte.
Sonst nichts.

Während unseres Treffens mit Kiko Arguello am Montag nach der Begegnung mit dem Papst schrieb ein Segelflugzeug das Wort GRAZIA in den Himmel:
Gnade.

Wir waren nach Australien gekommen, um den Menschen auf den Strassen und Plätzen dort das Evangelium zu verkünden, das Kerygma, das Faktum, dass Christus aus Liebe zu ihnen am Kreuz gestorben ist. Gott war weise und klug, uns mit den Menschen, denen wir das Kerygma verkünden sollten, im Leid ebenbürtig zu machen, die Vergänglichkeit des Lebens, die Vorläufigkeit, die existenziellen Kämpfe des Menschen, die ihn nach dem Sinn des Lebens und des Leidens fragen lassen, am eigenen Leib zu erfahren und uns dadurch zu glaubwürdigen Zeugen seiner Liebe werden zu lassen.

 

Unser neuseeländischer Busfahrer, ein Maori, erzählte uns unter Tränen vom Verlust seines Vaters vor 25 Jahren. Albanische Einwanderer, die in Schnellrestaurants den Müll wegräumten, klagten uns ihr Heimweh nach Albanien, wo sie zwar ärmer aber zuhause seien. Menschen, die wir auf der Strasse ansprachen, fragten uns, ja forderten von uns vehement einen Beweis der Existenz und Liebe Gottes, nachdem sie uns ihre Lebensgeschichte berichtet hatten.

Geleistet haben wir nicht viel. Nur das weitergegeben, was wir empfangen haben
Es gibt eine Antwort auf die Frage des Menschen nach dem Sinn des Lebens und des Leidens:
Die Liebe Jesus Christi am Kreuz. Sie alleine reicht.

Das zu erfahren, im täglichen Leben und während unseres australischen Abenteuers ist Gnade. Nichts als Gnade.

Die Straßenmissionen der 50.000 Jugendlichen des Neokatechumenalen Weges haben Frucht gebracht. In zahlreichen Pfarreien der Diözesen Australiens finden derzeit Katechesen und Glaubensverkündigungen statt.

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